Projekt "MEC Brasilien"

Bei einem von Brasilien international ausgeschriebenen Tender von geotechnischen Meßgeräten im Umfang einiger Millionen Euro zugunsten von etlichen brasilianischen Universitäten, deren Ausbildungssituation man damit zu pushen hoffte, trug EUGEO maßgeblich zum finalen Erfolg des Gebots des deutschen General-Bieters Carl Zeiss Jena bei.

Das Problem dieses Exportgeschäftes ergab sich dabei aus zwei zwingenden Vorgaben:

a.) Es mußten ALLE Produkte der sehr langen "Wunschliste" angeboten und garantiert geliefert sowie jahrelanger Service und technische Unterstützung sichergestellt werden.

b.) ALLE sehr individuellen Spezifikationen mußten ohne Möglichkeiten zu weiteren Nachfragen sowie ohne auch nur geringste Abweichungsmöglichkeiten voll erfüllt werden - auch unabhängig von Notwendigkeiten, Sinnhaftigkeit sowie eventuellem technischen Fortschritt im Zuge der verstreichenden Jahre der Tenderbearbeitung und der immer wieder im Raum stehenden Finanzierungsdiskussionen.

Das klingt zwar dennoch unspektakulär, war jedoch hochkompliziert: die Spezifikationen betrafen offenbar konkrete, zum Zeitpunkt des Beginns der Ausschreibung durchaus existente Gerätschaften, die die "Besteller" an den entsprechenden Universitäten im Kopf hatten. Um jedoch jede Vorentscheidung und Einflußnahme zugusten konkreter Produkte oder Ursprungsländer zu vermeiden, wurden diese Produkte und ihre konkret geplante Verwendung so weitgehend anonymisiert und verallgemeinert, daß es einer wahren Detektivarbeit nahekam überhaupt herauszubekommen, um was es sich handeln könnte und an welchen Einsatzzeck ggf. vom Besteller gedacht war, um neben der Einhaltung irgendwelcher alleinig nichtsagenden Spezifikationen auch noch ein tatsächlich sinnvolles und funktionierendes Meßgerät, zudem möglichst orientiert an der ursprünglichen Idee anzubieten.

Dies gelang in vielen Fällen erst dank des Consultings durch EUGEO, da uns etliche Anwendungen dann letztlich doch näher waren, als den (ansonsten hochkompetenten !) Tender-Bearbeitern bei Carl Zeiss Jena. Nach schlußendlicher Identifizierung stellte sich dann teilweise allerdings heraus, daß spezifizierte Geräte so, mit den feststehenden Eigenschaften und im Rahmen der Ausschreibung als unabänderlich und undiskutabel dikterten technischen Details, spätestens aufgrund der verstrichenen Zeit seit Initierung der Tender-Ausschreibung nicht einmal mehr vom ursprünglichen Hersteller lieferbar waren. Auch hier reagierte EUGEO: Es gelang uns für eine größere Anzahl von ganz speziellen wissenschaftlichen Seismographen eine komplette maßgefertigre "Neuherstellung" nach Ausschreibungsspezifikationen in letztlich unbestimmter Zukunft zu garantieren und dafür auch einen Angebotspreis zu kalkulieren. Ob es aber überhaupt zu einem Geschäft kommen würde, hing für uns und den Hersteller angesichts der offenen Ausschreibung vollkommen in der Luft: Eine Fabrikation der zwar sehr guten, ansonsten an alternative Kunden aber wohl kaum auch nur annähernd kostendeckend absetzbaren "Unikate" mußte so optional und für den Fall des Zuschlags dann kurzfristig "just in time" erfolgen.

Trotz harter Konkurrenz u.a. aus China und den USA: keinem anderen der weltweiten Anbieterkonsortien gelang es offenbar die zwingenden Vorgaben allesamt einzuhalten. Carl Zeiss Jena gelang dies - nicht zuletzt auch auf Grundage der fortwährenden Consultationen, Zuarbeit und garantierten Zulieferteile durch EUGEO!

Es währte lange, wurde dann aber doch gut! Der Zuschlag erfolgte an Deutschland, die CZJ und in Folge auch an EUGEO! Die Vorfinanzierung der Seismographen-Fabrikation war letztlich in direkter Absprache zwischen EUGEO und dem Hersteller schußendlich an den Banken vorbei sichergestellt worden. Für das letztlich über die KfW abgewickelte Geschäft bzw. dessen Bezahlung bürgte zwar die Bundesrepublik Deutschland, dennoch hätten die Banken parallel sowohl vom Hersteller als auch von EUGEO derart unzumutbare zusätzlich Absicherungs-Forderungen erhoben, daß diese eine Kreditfinanzierung letztlich sinnlos machten. Zudem wollten sie ohnehin nur längerfristig finanzieren, als es tatsächlich nötig gewesen wäre.